Stegreif

Z

Bedeutungen

[1] veraltet: Steigbügel
[2] aus dem Stegreif: ohne Vorbereitung, improvisiert
Herkunft
Boten überbrachten gute aber auch schlechte Nachrichten des Königs. Zum Beispiel blieb der Bote beim Ausruf einer Steuererhöhung auf dem Marktplatz lieber im Sattel seines Pferdes, mit den Füßen im "Steg-Reif". Damals wurden die Überbringer schlechter Nachrichten für diese auch schon mal verantwortlich gemacht. (Marc Puxbaumer)
Synonyme
[1] Steigbügel
[2] improvisiert, Improvisation
Gegenwörter
[2] vorbereitet
Beispiele
[1] Nach dem Duell entledigten die seinigen den Getroffenen aus seinem Stegreif und schickten dem Überlebenden seinen Handschuh mit großem Lob wieder. (Simplicissimus, 3. Buch, 9. Kapitel)
[2] Seine Stärke bestand darin, dass er aus dem Stegreif fantastische Geschichten erzählen konnte.
[2] „Die meisten Badchaním (so lautet die Mehrzahl von Badchán) dichteten und sangen frei, aus dem Stegreif, und sie vergaßen ihre Verse wieder.“❬ref❭ ❬/ref❭
Redewendungen
aus dem Stegreif
Wortbildungen
[2] Stegreifaufgabe, Stegreifbühne, Stegreifdichtung, Stegreifrede, Stegreifritter, Stegreifspiel

Referenzen

[1,] Wikipedia-Artikel Stegreif
[2] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache Stegreif
[*] canoo.net Stegreif
[2] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon Stegreif
[1,] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 Stegreif
Quellen

Ähnliche Wörter

Reifen, Reif

Substantiv, m

Kasus Singular Plural
Nominativ Stegreif Stegreifen
Genitiv Stegreifs Stegreifen
Dativ Stegreif Stegreifen
Akkusativ Stegreif Stegreifen

Anmerkung

Ein häufiger Rechtschreibfehler ist die Schreibung des Wortes "Stegreif" mit einem "h" ("Stehgreif"), da eine falsche Herleitung aus "stehen" und "greifen" vorliegt. (korrekt: Steg-Reif = Steig-Schlinge = Steigbügel). Reif ist hier Re(e)p, also Seil (Fallreep, Reepschnur, Reeperbahn).
Worttrennung
Steg·reif, Steg·rei·fen
Aussprache
IPA ˈʃteːkˌʀaɪ̯f, ˈʃteːkˌʀaɪ̯fn̩
Hörbeispiele: ,
Betonung
Ste̲greif