Trabantenwort

Z

Bedeutungen

[1] Wort, das zum Umfeld eines Wortes gehört, das zentral zu einer Gruppe von Wörtern eines Bedeutungsfeldes gehört❬ref❭Gauger führt zu Trabantenwörtern aus: „Das Phänomen besteht darin, dass sich um zentrale Wörter, die Begriffe bezeichnen, die affektiv besonders herausragen, sich andere Wörter trabantengleich hinzugesellen.“ (, Seite 60. Kursiv gedruckt: andere.)❬/ref❭
Herkunft
Determinativkompositum, zusammengesetzt aus Trabant, Fugenelement -en und Wort
Sinnverwandte Wörter
[1] Quasisynonym, sinnverwandtes Wort, Synonym
Oberbegriffe
[1] Wort
Beispiele
[1] „An sie appelliert wohl die in Bedrängnis geratene Sprache besonders dann, wenn keine Trabantenwörter zur Verfügung stehen, was bei vielen Begriffen der Fall ist.“❬ref❭Walther von Wartburg: Das Ineinandergreifen von deskriptiver und historischer Sprachwissenschaft. In: Dieter Cherubim (Hrsg.): Sprachwandel. Reader zur diachronischen Sprachwissenschaft. De Gruyter, Berlin/New York 1975, ISBN 3-11-004330-0, Seite 98-115, Zitat Seite 114, Fußnote 12. Auch im Original kursiv: Trabantenwörter.❬/ref❭
[1] „Solche Wörter hat man in der Sprachwissenschaft »Trabantenwörter« genannt, was ein treffender Ausdruck ist, denn er entspricht der Beobachtung, dass es in der Regel eine zentrales Wort gibt und daneben andere, die dasselbe bedeuten (...).“❬ref❭, Seite 31. Kursiv gedruckt: zentrales.❬/ref❭
[1] „Der dadurch freigewordene Platz einer subkulturellen Variante des Verbs 'lachen' wird unter anderem durch das Verb 'blödeln' eingenommen, das über die feste Verbindung 'er lacht (lächelt) blöde' als Trabantenwort zur Verfügung stand.“❬ref❭Harald Weinrich: Sprache, das heißt Sprachen: mit einem vollständigen Schriftenverzeichnis des Autors 1956-2003. 3., ergänzte Auflage. Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2006, Seite 202, ISBN 3-8233-6204-6.❬/ref❭
[1] „Diese Trabantenwörter werden aus der technischen Entwicklungsgeschichte des Reißverschlusses verständlich und gehören alle zur technischen Fachsprache.“❬ref❭Fritz Paepcke: Im Übersetzen leben: Übersetzen und Textvergleich. Herausgegeben von Klaus Berger und Hans-Michael Speier. Narr, Tübingen 1986, ISBN 3-87808-281-9, Seite 184.❬/ref❭
[1] „Diese »Trabantenwörter« bilden sich, weil Sprecher immer die Strategie des ausdrucksstarken Kommunizierens verfolgen und sich damit stets die Chance für neue expressive Ausdrücke bietet.“❬ref❭Evelin Glose: Grammatikalisierung durch expressiven Sprachwandel am Beispiel des Französischen. GRIN Verlag, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-640-53117-2, Seite 11.❬/ref❭
[1] „Ein Trabantenwort zu Scheiße und Scheiß wurde oder ist jetzt im Sprachbewusstsein das Wort Stuss, das eigentlich ganz woanders herkommt, nämlich aus dem Jiddischen und letzlich aus dem Hebräischen und ❬Unsinn❭ bedeutete.“❬ref❭❬/ref❭

Referenzen

[*] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache Trabantenwort
Quellen

Substantiv, n

Kasus Singular Plural
Nominativ Trabantenwort Trabantenwörter
Genitiv Trabantenworts
Trabantenwortes
Trabantenwörter
Dativ Trabantenwort
Trabantenworte
Trabantenwörtern
Akkusativ Trabantenwort Trabantenwörter

Worttrennung

Tra·ban·ten·wort, Tra·ban·ten·wör·ter
Aussprache
IPA tʀaˈbantn̩ˌvɔʁt, tʀaˈbantn̩ˌvœʁtɐ
Hörbeispiele: ,